Katze anschaffen — Der komplette Vorbereitungs-Ratgeber
Eine Katze anschaffen ist eine Verpflichtung für 15-20 Jahre — länger als viele Ehen. Bevor du dich entscheidest, findest du hier alle wichtigen Themen: realistischer Zeitaufwand, Kosten-Wahrheit (12.000-22.000€ Lifetime), Tierheim vs. Züchter, passende Rasse, Wohnungssicherheit, Erstausstattung und die ersten sechs Wochen Eingewöhnung. Am Ende weißt du, ob du bereit bist.
Lifetime
15-20 Jahre
Zeit täglich
60-90 Min
Kosten
12-22k€
Eingewöhnung
2-6 Wochen
🐾 Bin ich bereit für eine Katze? — Checkliste
- ✅ Lebenssituation stabil (kein Umzug, kein Stadtwechsel)
- ✅ Finanzielle Reserve von mind. 2.000€ für Notfälle
- ✅ Vermieter erlaubt Katzenhaltung schriftlich
- ✅ Täglich mind. 30-60 Min Zeit
- ✅ Keine Allergie in der Familie
- ✅ Partner und Kinder einverstanden
- ✅ Bereit für 15-20 Jahre Verpflichtung
Alles zur Katzenanschaffung im Detail
Katze anschaffen — die wichtigste Entscheidung zuerst
AchtungEine Katze anzuschaffen ist eine Verpflichtung für 15-20 Jahre — länger als viele Ehen halten. Bevor du auch nur eine Minute über Rassen oder Farben nachdenkst, frage dich ehrlich: Kann ich das Tier für sein ganzes Leben versorgen? Lebenssituation stabil (keine Umzüge in Tier-verbotene Mieten, keine neue Stadt in Planung)? Finanziell abgesichert (Lifetime-Kosten 12.000-22.000€)? Genug Zeit (täglich mind. 30-60 Min Aufmerksamkeit)? Haustier-Erlaubnis vom Vermieter? Allergien in der Familie ausgeschlossen? Partner und Kinder einverstanden? Jede dieser Fragen ehrlich mit Ja beantworten — sonst warte lieber. Jedes Jahr landen Zehntausende Katzen im Tierheim, weil Halter die Verantwortung unterschätzt haben.
Zeitaufwand realistisch einschätzen
Eine Katze braucht täglich Zeit — auch wenn sie schlafend wirkt. Die Basics: 10-15 Min Klo reinigen (2× täglich), 10 Min Futter zubereiten, 30-60 Min aktive Spielzeit (wichtig!) und 15-30 Min Kuscheln/Aufmerksamkeit. Bei Langhaarrassen zusätzlich 10-15 Min Fellpflege. Zusätzlich: Tierarztbesuche (2-4× pro Jahr), Einkäufe (Futter, Streu), Putzen (Katzenhaare!), Medikamentengabe bei Bedarf. Wochenendausflüge und Urlaub müssen geplant werden — Katzensitter oder Pension organisieren. Bei zwei Katzen verdoppelt sich manches nicht, aber der Ausgleich durch Sozialspiel macht die Haltung leichter. Überlege vorher, ob du das langfristig leisten kannst — Katzen werden 15-20 Jahre alt, die Pflichten bleiben. Wer in Schichten arbeitet oder viel reist, sollte Zweithaltung oder eine selbstständigere Freigänger-Katze erwägen.
Kosten nicht unterschätzen
AchtungDie Anschaffung ist nur der Anfang. Tierheim-Schutzgebühr 80-250€, Züchter 800-2.500€, Erstausstattung 200-500€, Kastration + Impfungen im ersten Jahr 200-350€. Laufende Kosten: 50-120€ pro Monat, bei Premium-Rassen 120-200€. Über 15-20 Jahre summiert sich das auf 12.000-22.000€. Tierarzt-Notfall kann schnell 1.000-3.000€ kosten — eine OP-Versicherung (8-15€/Monat) oder mindestens 2.000€ Notgroschen sind dringend empfohlen. Faustregel: Wer sich die Anschaffung nur knapp leisten kann, sollte keine Katze halten. Finanzielle Reserve ist wichtiger als die richtige Rasse. Mehr Details im Kosten-Ratgeber. Wer auf Bafög oder Minijob angewiesen ist: erwäge erst eine stabile Situation oder eine günstigere Tierheim-Katze mit kleinerer Budget-Belastung.
Tierheim oder Züchter? — die ehrliche Abwägung
TippDie wichtigste Entscheidung beim Katzenkauf: Tierheim oder Züchter? Tierheim — Vorteile: günstig (80-250€), du rettest ein Leben, Charakter meist bekannt, komplett versorgt (kastriert, geimpft, gechippt), oft Senior-Tiere ideal für ruhige Haushalte. Nachteile: selten reinrassige Kitten, Charakter-Probleme aus Vergangenheit möglich, Wartezeiten je nach Wunsch. Züchter — Vorteile: gewünschte Rasse, Welpen-Sozialisation steuerbar, Gesundheitstests, Stammbaum. Nachteile: teuer (600-2.500€), Wartezeiten 3-24 Monate, ethisch fragwürdig bei Überzucht (Perser BOAS, Munchkin etc.). Empfehlung: Starte immer im Tierheim, auch wenn du eine bestimmte Rasse willst. Auch Rassekatzen landen im Tierheim. Rassekatzen-Nothilfen (Maine Coon in Not, BKH in Not) sind ein Mittelweg. Kauf niemals bei Ebay Kleinanzeigen oder Social Media — fast immer Vermehrer oder illegaler Welpenhandel.
Welche Rasse passt zu meinem Leben?
Die Rasse sollte zu deinem Lebensstil passen, nicht umgekehrt. Aktiv-berufstätig, Wohnung <60 m², wenig Zeit: Britisch Kurzhaar, Russisch Blau, Ragdoll, erwachsene Tierheim-Katze. Familie mit Kindern: Maine Coon, Ragdoll, BKH, Sibirische Katze — geduldig und verspielt. Homeoffice, viel Zeit, Lust auf Action: Bengal, Siamkatze, Sphynx — brauchen viel Beschäftigung. Senioren, ruhig, anhänglich: Perserkatze, Ragdoll, Seniorkatze aus Tierheim. Allergiker: Russisch Blau, Sibirische Katze, Balinesen (nicht Sphynx!). Freigang-Haushalt auf dem Land: Europäisch Kurzhaar, Maine Coon, Sibirische Katze — robust. Kleinkinder im Haushalt: vermeide scheue oder aggressive Rassen, wähle ruhige wie Ragdoll. Wichtig: Innerhalb jeder Rasse gibt es Varianz — ein ruhiger Bengal ist möglich, ein hyperaktiver BKH auch. Besuche mehrere Katzen beim Züchter/Tierheim, wähle nach Charakter.
Eine Katze oder zwei? — fast immer zwei
TippKatzen sind keine Einzelgänger, wie lange geglaubt wurde. Aktuelle Verhaltensforschung zeigt: Wohnungskatzen brauchen fast immer einen Artgenossen. Besonders Kitten sollten niemals einzeln gekauft werden — sie lernen Sozialverhalten nur von anderen Katzen. Die ideale Kombination: zwei Katzen ähnlichen Alters, am besten Geschwister aus dem gleichen Wurf. Einzelhaltung ist nur vertretbar bei reinen Freigängern (viel Sozialkontakt draußen) oder älteren Katzen, die es seit Jahren so kennen. Bei aktiven Rassen wie Bengal, Sphynx, Siamkatze ist Zweithaltung absolute Pflicht — viele Züchter geben sonst gar keine Kitten ab. Kostenmäßig: Zwei Katzen sind nur ca. 60-80% teurer als eine (Skaleneffekte bei Ausstattung). Vorteile: Katzen beschäftigen sich gegenseitig, weniger destruktives Verhalten, du kannst ohne schlechtes Gewissen arbeiten und mal Urlaub machen.
Wohnung katzensicher machen
AchtungVor dem Einzug muss die Wohnung sicher sein — Katzen bringen sich sonst selbst in Gefahr. Kippfenster sichern (Schutzgitter, nicht kippen) — häufigste Todesursache bei Hauskatzen. Giftige Pflanzen entfernen: Lilien (tödlich!), Efeu, Weihnachtsstern, Dieffenbachia, Philodendron, Monstera, Narzissen. Balkone ab 2. Stock mit Katzennetz sichern. Elektrokabel verstecken oder mit Schutzhülsen versehen. Waschmaschine und Trockner vor Nutzung kontrollieren — Katzen klettern rein und ertrinken/ersticken. Toilettendeckel schließen (Ertrinkungsgefahr bei Kitten). Kleinteile wegräumen (Büroklammern, Haarspangen, Gummibänder → Darmverschluss). Medikamente und Reinigungsmittel weg. Wolle und Nähgarne weg. Schokolade, Weintrauben, Zwiebeln außer Reichweite. Für Kitten zusätzlich: Treppen mit Geländer oder Absicherung, Türfaller als Sturzschutz. Investition: 50-200€ für Sicherungsmaterial — 1.000× weniger als ein Tierarzt-Notfall.
Die Erstausstattung besorgen
Alles muss VOR dem Einzug bereitstehen. Die komplette Erstausstattung (200-500€): Katzentoilette mit Streu, Kratzbaum, Transportbox, zwei Näpfe (Futter + Wasser getrennt), hochwertiges Kitten-/Adult-Futter (die Marke vom Züchter!), Katzenbett oder Kuschelhöhle, Spielzeug-Starterpaket, Bürste/Kamm, Wohnungssicherung (Katzennetz, Kippfenster-Schutz). Plus: Kaufvertrag, EU-Heimtierausweis, Gesundheitstests vom Züchter prüfen. Tipp: Spartipp gebraucht kaufen — Kratzbaum und Transportbox gibt es bei Kleinanzeigen/Tierheim-Basar für 30-70% weniger. Wichtig: kaufe das Futter, an das der Züchter oder das Tierheim gewöhnt hat. Futterumstellungen mitten in der Eingewöhnung führen zu Durchfall und Stress. Umstellung später (nach 2-4 Wochen) langsam über 1-2 Wochen. Mehr Details im Erstausstattungs-Ratgeber.
Eingewöhnung braucht Geduld — Tag 1 bis Woche 6
TippDie Eingewöhnung ist stressig für die Katze. Tag 1: Transportbox in ruhigem Zimmer („Basisstation") öffnen, Katze selbst rauskommen lassen. Kein Drängen, kein Hochheben, kein Besuch. Das Zimmer hat alles: Toilette, Näpfe, Bett, Kratzbaum. Tag 1-3: Katze bestimmt Tempo. Sie versteckt sich wahrscheinlich — völlig normal. Ruhe halten, leise sprechen, regelmäßig Wasser und Futter nachfüllen. Tag 4-7: Katze wird aktiver, erkundet Zimmer. Tür zu weiteren Räumen öffnen. Woche 2-4: Vollständige Wohnungs-Erkundung. Erste Spielsessions. Woche 4-6: vertrautes Vertrauen zum Menschen, Routine entwickelt sich. Wichtig: jedes Kitten und jede erwachsene Katze hat eigenes Tempo — manche sind nach 2 Tagen heimisch, andere brauchen Monate. Zwei Katzen gewöhnen sich meist schneller ein (gegenseitige Sicherheit). Bei ausbleibendem Fortschritt oder körperlichen Symptomen (Apathie, Nichtfressen >48h): Tierarzt kontaktieren.
Impfungen, Kastration und Tierarzt im ersten Jahr
Im ersten Jahr stehen wichtige Tierarzt-Termine an. Direkt nach Einzug (erste Woche): Gesundheitscheck, Impfstatus kontrollieren, eventuell Nachimpfungen. RCP-Grundimmunisierung (Schnupfen, Seuche, Leukose): normalerweise mit 8 und 12 Wochen (beim Züchter/Tierheim), Auffrischung mit 15 Monaten, dann alle 3 Jahre. Tollwut bei Freigängern oder Reisen ins Ausland: ab 12 Wochen, jährlich. Chip und TASSO-Registrierung (Pflicht bei Rassekatzen): kostenlos bei Tierarzt einsetzen lassen, bei TASSO anmelden. Kastration: ab 5-6 Monaten, bei Katern 80-150€, bei Kätzinnen 150-250€. In vielen Gemeinden Pflicht bei Freigängern. Entwurmung: alle 3 Monate, ca. 10-30€ pro Behandlung. Tierarzt im ersten Jahr kostet typischerweise 400-800€. OP-Versicherung (8-15€/Monat) früh abschließen — sichert gegen teure Notfälle.
Rechtliches: Haftpflicht, Mietrecht, Meldepflicht
Katzenhaltung ist in Deutschland teils reguliert. Mietrecht: Vermieter darf Katzenhaltung nicht pauschal verbieten — aber eine Klausel im Mietvertrag ist möglich. Wer heimlich Katzen hält, riskiert Abmahnung und Kündigung. Immer schriftliche Haltungserlaubnis einholen. Haftpflicht: Standardhaftpflicht deckt Katzenhaltung meist mit ab (bis zu bestimmten Schäden). Bei teuren Rassen oder Freigang: prüfen, ob eine Tierhaftpflicht sinnvoll ist. Meldepflicht: Einige Gemeinden (NRW, Bayern) führen Katzenregister — meist freiwillig. Chip + TASSO-Registrierung ist Pflicht bei Rassekatzen. Kastrationspflicht für Freigänger: in vielen Städten und Gemeinden gesetzlich vorgeschrieben. EU-Heimtierausweis: bei Reisen ins Ausland Pflicht. Bei Hybrid-Katzen (Savannah F1-F4, Bengal F1-F4): Haltungsgenehmigung beim Veterinäramt erforderlich. Informiere dich vor dem Kauf bei Gemeinde und Vermieter.
Die häufigsten Fehler bei der Katzenanschaffung
AchtungDie 10 häufigsten Fehler von Erstbesitzern: (1) Spontankauf ohne Vorbereitung (Kitten aus Impulskauf endet oft im Tierheim). (2) Kauf bei Ebay Kleinanzeigen oder Social Media. (3) Ein Kitten einzeln nehmen (sozialer Schaden). (4) Zu früh abgegebene Kitten kaufen (unter 12 Wochen = Verhaltensprobleme). (5) Rasse ohne Vorher-Recherche wählen (z.B. Siamkatze als ruhesuchender Erstbesitzer). (6) Erstausstattung erst nach Einzug besorgen. (7) Futterumstellung sofort — führt zu Durchfall und Stress. (8) Kitten vom ersten Tag an herausziehen oder bedrängen. (9) OP-Versicherung aufschieben — wird nach Vorerkrankung teurer oder abgelehnt. (10) Kippfenster nicht sichern und/oder giftige Pflanzen lassen. Diese Fehler kosten Geld, Nerven und manchmal das Leben der Katze. Informiere dich gründlich BEVOR die Katze einzieht, nicht danach.
Weiterführende Ratgeber
Häufige Fragen zur Katzenanschaffung
Was muss ich vor der Anschaffung einer Katze wissen?
Die wichtigsten Punkte vor der Anschaffung: Zeitaufwand realistisch einschätzen (täglich 30-60 Min aktive Zeit, plus Tierarzt und Alltag), Kosten kalkulieren (12.000-22.000€ Lifetime, 50-120€ monatlich), Wohnung katzensicher machen (Kippfenster, giftige Pflanzen), Vermieter-Erlaubnis einholen, Allergien in der Familie ausschließen, Entscheidung zwischen Tierheim und Züchter, passende Rasse wählen, Erstausstattung vor Einzug besorgen, im Idealfall zwei Katzen nehmen. Katzen werden 15-20 Jahre alt — das ist eine Entscheidung für eine lange Zeit.
Soll ich eine Katze oder zwei nehmen?
Fast immer zwei. Katzen sind keine Einzelgänger — besonders Wohnungskatzen leiden unter Einsamkeit. Kitten sollten niemals einzeln gekauft werden, da sie Sozialverhalten nur von anderen Katzen lernen. Ideal: zwei Geschwister aus dem gleichen Wurf. Einzelhaltung ist nur bei reinen Freigängern oder älteren Katzen, die es seit Jahren kennen, vertretbar. Bei aktiven Rassen (Bengal, Sphynx, Siamkatze) ist Zweithaltung Pflicht. Kosten: zwei Katzen sind nur ca. 60-80% teurer als eine (Skaleneffekte bei Ausstattung). Vorteile: gegenseitige Beschäftigung, weniger destruktives Verhalten, entspannterer Alltag für dich.
Was kostet eine Katze im ersten Jahr?
Je nach Herkunft und Rasse: Budget-Szenario (EKH aus Tierheim): ~1.300€. Standard (BKH vom Züchter): ~2.800€. Premium (zwei Maine Coons): ~6.100€. Aufteilung: Anschaffung 80-2.500€, Erstausstattung 200-500€, Kastration + Impfungen 200-350€, Futter/Streu/Tierarzt im ersten Jahr 800-2.000€. Ab dem zweiten Jahr fallen Anschaffung und Erstausstattung weg, monatlich 50-120€ pro Katze. Bei chronischen Krankheiten, Zahn-Sanierungen oder Notfällen können einzelne Jahre deutlich teurer werden (1.000-3.000€ extra). Siehe Kosten-Ratgeber für detaillierte Zahlen.
Soll ich ein Kitten oder eine erwachsene Katze nehmen?
Beide haben Vor- und Nachteile. Kitten (8-16 Wochen): verspielt, anpassungsfähig, prägen sich schnell auf neue Bezugspersonen. Dafür viel Zeitaufwand, Erziehung, in den ersten Monaten chaotisch. Erwachsene Katzen (ab 1 Jahr): Charakter gefestigt, selbstständiger, stubenrein. Für Berufstätige, Senioren und Erstbesitzer oft die bessere Wahl. Senior-Katzen (ab 10): ruhig, dankbar, brauchen eventuell mehr Tierarzt. Empfehlung: Im Tierheim gibt es Katzen aller Altersklassen — wähle nach Charakter, nicht nach Alter. Eine gut passende 5-jährige Katze ist oft das Beste für unerfahrene Halter.
Wo kaufe ich meine Katze am besten?
Beste Anlaufstellen: (1) Tierheim oder Tierschutzverein (80-250€ Schutzgebühr, rettet Leben, Charakter bekannt). (2) Registrierter Züchter (FIFe, TICA, WCF, 1. DEKZV) für Rassekatzen (600-2.500€). (3) Rassekatzen-Nothilfen (Maine Coon in Not, BKH in Not) — Kompromiss aus Rasse und Tierschutz (150-500€). Absolut meiden: Ebay Kleinanzeigen, Facebook-Marktplatz, Instagram-Angebote ohne Besichtigung der Mutter, Auslandsimporte, Raststätten-Übergaben. Seriöse Züchter zeigen Mutter + Aufzuchtumgebung, haben Gesundheitstests, geben Kitten erst ab 12-14 Wochen ab, stellen Kaufvertrag aus, nehmen Tiere zurück.
Wie lange dauert die Eingewöhnung einer neuen Katze?
Die Eingewöhnung dauert 2-6 Wochen, kann aber länger sein. Tag 1-3: Katze versteckt sich, bleibt in ihrem Basiszimmer. Tag 4-7: erste Erkundungen. Woche 2-4: ganze Wohnung erkunden. Woche 4-6: Vertrauen zu Menschen, Routine entwickelt sich. Vollständige Bindung: 2-6 Monate. Wichtig: nicht drängen, nicht hochheben, das Tempo lässt die Katze. Ein ruhiges Basiszimmer einrichten, regelmäßig Futter und Wasser nachfüllen, leise sprechen. Zwei Katzen gewöhnen sich schneller ein, weil sie sich gegenseitig Sicherheit geben. Bei Apathie, Nichtfressen über 48h oder körperlichen Symptomen: Tierarzt kontaktieren — Stress kann ernsthaft werden.
Wie mache ich meine Wohnung katzensicher?
Wichtigste Punkte: (1) Kippfenster unbedingt sichern — häufigste Todesursache bei Wohnungskatzen. (2) Giftige Pflanzen entfernen: Lilien (tödlich), Efeu, Weihnachtsstern, Dieffenbachia, Monstera, Philodendron. (3) Balkone ab 2. Stock mit Katzennetz. (4) Elektrokabel verstecken oder mit Schutzhülsen. (5) Waschmaschine/Trockner vor Nutzung kontrollieren. (6) Toilettendeckel schließen. (7) Kleinteile, Wolle, Gummibänder wegräumen. (8) Medikamente und Reinigungsmittel weg. (9) Fenster und Türspalten auf Einklemm-Gefahr prüfen. (10) Bei Kitten: Treppen mit Absicherung. Investition: 50-200€. Ein Tierarzt-Notfall kostet 10-30× so viel — und kann nicht immer gut ausgehen.
Brauche ich die Erlaubnis des Vermieters?
Ja, bei Mietwohnungen: der Vermieter darf Katzenhaltung nicht pauschal verbieten, aber mit Klauseln im Mietvertrag einschränken. Immer schriftliche Haltungserlaubnis einholen, bevor du die Katze aufnimmst. Viele Vermieter verlangen eine zusätzliche Kaution oder höhere Kaution. Heimlich Katzen zu halten ist riskant: Bei Entdeckung kann Abmahnung und Kündigung drohen, zusätzlich Schadenersatz für Abnutzung. Wenn der Vermieter ablehnt: freundlich um Ausnahmegenehmigung bitten, auf Kaution hinweisen, ggf. mit Hinweis auf BGB § 535 (Pauschalverbot ist unwirksam). Bei Neubezug: aktiv nachfragen, nicht verschweigen. Bei Ärger: Mieterschutzbund fragen.
Ist eine OP-Versicherung für Katzen sinnvoll?
Ja, für die meisten Halter. Die OP-Versicherung (8-15€/Monat) deckt Notfall-OPs bis 2.000-4.000€ — genau der Bereich, der finanziell wehtut. Typische OPs: Blasenstein (600-1.500€), Unfall (1.500-3.500€), Zahn-Sanierung (400-800€), Kastration von Tumoren. Vollversicherung (20-40€/Monat) lohnt nur bei Rassen mit bekannten Erbkrankheits-Risiken (Maine Coon, Perser, Bengal, Sphynx). Wichtig: früh abschließen (bis 6. Lebensmonat) — Vorerkrankungen sind ausgeschlossen. Alternative: selbst 20-30€/Monat auf ein Sparkonto legen, nach 5 Jahren 1.200-1.800€ Reserve. Empfehlung: OP-Versicherung + kleines Sparkonto für Routine-Tierarzt.
Was mache ich, wenn die neue Katze sich versteckt?
Verstecken ist völlig normal in den ersten Tagen bis Wochen. Die Katze findet sich unter dem Sofa, hinter Schränken oder in Ecken wieder — das ist Selbstschutz. Lass sie: nicht hervorziehen, nicht bedrängen. Ruhe halten, leise sprechen, regelmäßig Futter und Wasser nachstellen. Die Katze kommt von selbst, wenn sie sich sicher fühlt. Kann Stunden, Tage oder Wochen dauern. Hilfreich: gewohntes Futter vom Züchter/Tierheim, kein lauter Besuch, keine neuen Möbel, Duft vom Züchter (Decke aus dem alten Zuhause). Wichtig: Wenn die Katze über 48 Stunden nicht frisst oder trinkt, apathisch wird oder körperliche Symptome zeigt — Tierarzt kontaktieren. Stress kann ernsthaft werden.
Sind Katzen für Allergiker geeignet?
Es gibt keine komplett hypoallergene Katze, aber einige Rassen produzieren weniger Fel d 1 (das häufigste Katzenallergen): Sibirische Katze, Russisch Blau, Balinesen produzieren 50-80% weniger als durchschnittliche Rassen. Sphynx und haarlose Katzen sind NICHT automatisch allergikerfreundlich — das Allergen sitzt im Speichel und in Hautschuppen, nicht im Fell. Vor dem Kauf: mehrere Stunden beim Züchter mit der Wunsch-Rasse verbringen, direkte Reaktion testen. Allergietest beim Arzt vorher kann Sicherheit geben. Bei schwerer Allergie: lieber Verzicht — die Gesundheit geht vor. Antihistaminika und HEPA-Luftfilter können leichte Allergien mildern, ersetzen aber keine sorgfältige Rassenwahl.
Welche Rasse passt zu mir als Erstbesitzer?
Für Erstbesitzer: Britisch Kurzhaar (ruhig, pflegeleicht, 800-1.500€), Ragdoll (sanft, anhänglich, 900-1.500€), Russisch Blau (ruhig, allergikerfreundlich, 800-1.200€), Europäisch Kurzhaar aus Tierheim (robust, günstig, 80-250€), Sibirische Katze (robust, familientauglich, 800-1.200€). Erwachsene Tierheim-Katzen sind oft die beste Erstwahl — Charakter bereits bekannt, bereits sozialisiert. Vermeide als Anfänger: Bengal, Siamkatze, Sphynx, Savannah — zu anspruchsvoll und fordernd. Wichtiger als die Rasse: der individuelle Charakter des Einzeltieres. Besuche mehrere Katzen, wähle nach Sympathie. Im Tierheim gibt es oft die perfekte erste Katze, auch ohne Rasse-Stammbaum.